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„Augenhöhe“ – Film- und Dialogabend

Nachdem ich nun schon aus so vielen Ecken von ‚dem Film’ gehört habe, muss ich ihn mir nun auch einmal ansehen. Eine Empfehlung einer Kollegin bzgl. eines geplanten Film- und Dialogabends bietet dazu Gelegenheit. Bisher weiß ich nur, dass es um neue Ansätze, die Arbeitswelt zu gestalten geht.

Ich muss gestehen, ich bin nicht ganz unvoreingenommen. Einerseits faszinieren mich diese ‚neuen’ Ansätze, Unternehmen in flachen Hierarchien mit hoher Flexibilität und Eigenverantwortung zu führen. Dem gegenüber steht meine Erfahrung aus „herkömmlichen“ Unternehmen. Wäre dies tatsächlich überall möglich? Oder fangen an dieser Stelle wir Berater an, uns die Welt und die Zukunft ein wenig zu rosarot auszumalen?

Nach gut 50 Minuten Film muss ich sagen: Ich bin beeindruckt.

Anhand verschiedener Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen – vom produzierenden Gewerbe bis hin zum Gesundheitswesen – werden Ansätze vorgestellt, Arbeit auf Augenhöhe zu gestalten. Deutlich wird auch: Dies kann sehr unterschiedlich aussehen. Also nichts mit aufoktroyierter Gleichbehandlung „weil das gut ist“. Statt dessen werden Beispiele gezeigt, wie Unternehmertum auf Augenhöhe funktionieren kann: Gemeinsame Prozesse zur Personalauswahl, hohe Eigenverantwortung des Mitarbeiters (was paradoxer weise nicht zu mehr, sondern zu weniger Fehlern führt), flexible Arbeitszeitmodelle, Freiräume zur Gestaltung der eigenen Arbeitsabläufe,… . An welchen Stellen dies möglich ist und wie das genau aussieht, ist natürlich in einem Brandschutzunternehmen anders als in einer Produktionsstätte und wieder anders als in einer Klinik. Was allen Beispielen dennoch gemeinsam ist: Zum einen die überzeugte Grundhaltung Mitarbeiter als Menschen zu behandeln, ihre Person und Potentiale zu sehen und an den Stellen, an denen es möglich ist, Freiräume einzuräumen. Zum anderen: Es funktioniert. Alle gezeigten Unternehmen agieren erfolgreich in ihren Märkten.

 

Mein persönliches Fazit:
  • Neue Ansätze zur Arbeitswelt haben nichts mit Schönrednerei und Gutmenschentum zu tun, sondern können echte Vorteile für Unternehmen bringen. Was es aber braucht ist das ehrliche Ansinnen, nach Freiräumen und Möglichkeiten zur Verantwortungsübertragung zu suchen. So unterschiedlich wie Unternehmen sind, müssen auch die Ansätze sein. Zentral ist die Überzeugung dahinter.
  • Diese Ansätze tatsächlich zu etablieren wird – bei allen Vorteilen – nicht nur auf positive Resonanz stoßen. Zum einen, weil etablierte Arbeitsweisen und -strukturen in Frage gestellt werden, aber auch weil Eigenverantwortung eben auch immer Geschenk und Zumutung zugleich ist. Die Herausforderung ist groß, der Nutzen allerdings meines Erachtens auch.

 

Katrin Oberpriller